Vereinsgeschichte
Die Gründung am 17. Mai 1896
Am 17.Mai 1896 wurde im Nebenzimmer der Restauration Kolbermoor, ehemalige Bahnhofswirtschaft, bei 54 anwesenden Interessenten die Freiwillige Feuerwehr Kolbermoor gegründet. Doch bereits vor diesem Zeitpunkt bestand in Kolbermoor eine Feuerwehr, die Fabrikfeuerwehr der Baumwollspinnerei, deren Einsatzbereich sich nicht nur auf das Fabrikgelände beschränkte, sondern welche im örtlichen und überörtlichen Bereich zum Schutz von Hab und Guteingesetzt wurde. Ein weiterer Schutz bestand auch durch die im Jahre 1888 gegründete Freiwillige Feuerwehr Pullach.
Die Gründung der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Kolbermoor stützt sich auf eine Aufforderung des Bezirksamtes, welche dringend zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr anregte. Trotz Kritik seitens der Freiwilligen Feuerwehr-Fabriken wurde die Gründung beschlossen.
Der Bezirksvertreter, Herr Guggemoos, begrüßte die Gründung und sagte der Freiwilligen Ortsfeuerwehr volle Unterstützung zu. Am 31. Dezember 1896 erfolgte dann noch die Aufnahme in den Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren.

Die erste Vorstandschaft
Vorstand | Angerbauer (Bürgermeister) |
Kommandant | Mittendorfer |
Stv.-Kommandant | Kirmeier |
Adjudant | Biebl |
Zugführer | Bayer, Georg Fischbacher, Josef Straßberger |
Schriftführer und Kassier | Edmund Bergmann |

Die Beschaffung der ersten "Löschmaschine" und weiterer Ausrüstung
Nun war es aber auch an der Zeit, die notwendigen Ausrüstungen zu beschaffen, da die der Gemeinde gehörende Löschmaschine der Freiwilligen Ortswehr nicht übereignet wurde. So beschloß der Verwaltungsrat in seiner Sitzung am 28. Juni 1897, eine neue Spritze zu beschaffen.
Bereits am 30. August fand die erste Spritzenprobe statt. Ausgerüstet war hierzu die Freiwillige Ortsfeuerwehr mit der neuen Spritze, Einkaufspreis 1250 Mark, Druckschläuchen zum Preis von 100 Mark und zwei 3.5 Meter langen Hakenleitern.
Dass sich die Ausrüstung und eine gute Ausbildung bezahlt machten, konnte man am 26. November 1898 feststellen. Bei dem Großbrand in der Baumwollspinnerei kamen neben den Ortsfeuerwehren noch weitere 21 auswärtige Feuerwehren zum Einsatz, um das Großfeuer zu bekämpfen und die Kirche und andere Häuser vor dem Übergreifen des Brandes zu schützen.
Aber schon zu damaliger Zeit bestand die Aufgabe der Feuerwehr nicht nur aus Brandbekämpfung, sondern auch aus Katastropheneinsätzen und sonstigen Hilfeleistungen. Das große Hochwasser vom 13. bis 17. September 1899 war hierfür ein gutes Beispiel. Weitere Einsätze wie z.B. das Großfeuer im Tonwerk am 21. August 1904 folgten. Die Freiwillige Feuerwehr fand nun immer mehr Zustimmung, so dass im Jahre 1938 die gemeindliche Pflichtfeuerwehr, welche auch fast nie eine Übung durchführte, aufgelöst wurde.
Der erste Schritt zur Modernisierung erfolgte dann am 20. Mai 1938, als die neue Magirus-Kleinmotorenspritze übergeben wurde. Nun konnte man auch mit der Werksfeuerwehr der Baumwollspinnerei mithalten, welche bereits im Jahre 1923 eine Motorspritze erhalten hatte. In den folgenden Jahren wurde dann auf Grund der steigenden Einsatzzahlen der Ankauf eines Löschgruppenfahrzeuges erwogen, welches am 18. März 1944 eintraf. Dieses Fahrzeug erhöhte die Schlagkraft der Freiwilligen Ortswehr erheblich. Auch nach den großen Luftangriffen in München während des 2. Weltkrieges kam dieses neue Fahrzeug mehrfach zum Einsatz.
Die Zeit des Zweiten Weltkrieges brachte erhöhte Anforderungen an die Männer der Feuerwehr. Die Wehr leistete Sonntagsdienst, Fliegeralarmbereitschaft, Luftschutzdienst, verstärkte Ausbildung und die Ausbildung von 38 Jugendlichen zur HJ-Feuerwehr. Zusätzlich wurde auch eine Frauenfeuerwehrgruppe aufgestellt und unterrichtet.
Doch schon bald entwickelte sich in den Nachkriegsjahren die Freiwillige Feuerwehr unter Kommandant Martin Mayer wieder zu einer schlagkräftigen und einsatzfreudigen Truppe.
Der Bau des Feuerwehrgerätehauses 1958
Am 17.Mai 1896 wurde im Nebenzimmer der Restauration Kolbermoor, ehemalige Bahnhofswirtschaft, bei 54 anwesenden Interessenten die Freiwillige Feuerwehr Kolbermoor gegründet.
Als einziges fehlte jetzt noch ein eigenes Feuerwehrhaus. So wurde am 10. Januar 1955 ein Bauausschuss gegründet, dessen Aufgabe die unermüdliche Vorantreibung des Gerätehausbaues war. Viel Arbeit war dann auch bis zum 09. September 1957, als endlich mit dem Bau des Gerätehauses begonnen wurde.


Nach einjähriger Bauzeit fand dann am 9. Oktober 1958 unter Teilnahme zahlreicher Ehrengäste die Einweihungdes Feuerwehr-Gerätehauses statt. Bei dieser Einweihung, welche die Krönung einer langjährigen und nie erlahmenden Tätigkeit der Männer der Feuerwehr bedeutete, stellte der damalige Landrat Dr. Leis fest, dass dieses Gerätehaus in Planung und Ausstattung weit über die Landkreisgrenze hinaus vorbildlich gestaltet wurde. Schon damals war die zentrale Lage des Feuerwehrgerätehauses von großem Vorteil, was sich bei den Einsätzen immer wieder bewies.
Nun war es an der Zeit, sich wie viele andere Vereine eine Fahne anzuschaffen. Da die Vereinsmittel knapp bemessen waren, wurde gesammelt. Die örtlichen Betriebe und Geschäfte bewiesen ihre Verbundenheit mit der Feuerwehr durch zahlreiche Spenden. Am 21. August 1960 fand das Fest der Fahnenweihe statt. 53 Feuerwehrvereine, allen voran unser Patenverein, die Freiwillige Feuerwehr Rosenheim, gaben dem Fest einen würdigen Rahmen.
Die Erweiterung des Fahrzeugbestandes
Die nächste große Aufgabe war die Modernisierung und Erweiterung der Fahrzeuge und Geräte. Das 1944 angeschaffte Löschgruppenfahrzeug LF 15 war veraltet und sehr störanfällig. In BGM. Adolf Rasp fand die Feuerwehr einen starken Fürsprecher, so dass am 28.04.1963 die Weihe des neuen Tanklöschfahrzeuges stattfand.
Auch der Bund beteiligte sich am “zivilen Bevölkerungsschutz” und übergab am 21.06.1965 der Freiw. Feuerwehr Kolbermoor einen Schlauchwagen mit kompletter Ausrüstung und einer TS 8/8. Im Jahre 1966 wurde dann das Löschgruppenfahrzeug LF 15 endgültig aus dem Verkehr gezogen und der Ankauf eines neuen Löschgruppenfahrzeuges vom Typ LF 8/TS beschlossen.
Weiter ging es dann im Jahre 1973 mit der Beschaffung eines Mehrzweck- und Einsatzleitfahrzeuges. Dazu wurde ein VW-Bus angeschafft und in Eigenleistung durch die Freiw. Feuerwehr ausgebaut. Mit neuen Einsatzgeräten und einer neuen Fahrzeugart mussten sich die Männer der Feuerwehr ab dem Jahre 1975 anfreunden. Ein Rüstwagen RW2/Öl wurde gekauft.

Dieses Fahrzeug, welches überwiegend bei technischen Hilfeleistungen eingesetzt wird, verlangte einen großen Mehraufwand an Ausbildung und Übung. Zur Ergänzung des Fahrzeugbestandes beschaffte der Feuerwehrverein aus eigenen Mitteln im Jahre 1977 ein VW-Transportfahrzeug.
Schon damals kam man sehr schnell zu der Erkenntnis, wie wichtig eine gut ausgerüstete Feuerwehr ist und dass auch ein Feuerwehrverein seinen Beitrag dazu leisten kann. Als weitere Maßnahme stand nun die Ersatzbeschaffung für das 1963 erhaltene Tanklöschfahrzeug an. Am 13. Dezember 1985 war es dann so weit. Unter Führung von 1. Bgm. Peter Kloo und Kdt. Albert Moser wurde das neue Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 in Ulm abgeholt.

Steigende Einwohnerzahl machte ein neues Feuerwehrgerätehaus nötig
Doch nicht nur die Feuerwehr wuchs. Die Stadt Kolbermoor entwickelte sich im Eiltempo. Gewerbe siedelte sich an und auch die Wohngebäude wurden immer größer. Als zwingende Beschaffung stand die Drehleiter mit 30m Steighöhe an. Jedoch fand man keine Möglichkeit, eine solche Drehleiter im vorhandenen Feuerwehrhaus, welches schon aus den Nähten platzte, unterzubringen. So mußte diese notwendige Beschaffung bis zum Um- oder Neubau des Feuerwehrgerätehauses zurückgestellt werden.
Im Jahre 1986 gründete die Freiw. Feuerwehr Kolbermoor wieder einen Bauausschuss. Dieser befasste sich, in Zusammenarbeit mit der Stadt Kolbermoor, mit den ersten Vorstellungen der Erweiterung des Gerätehauses. Zur genaueren Ausarbeitung wurde ein Planungsbüro beauftragt, welches zu dem Ergebnis kam, dass ein Anbau an das bestehende Feuerwehrhaus aus bautechnischen und wirtschaftlichen Gründen unmöglich war und nur ein Neubau in Frage kam. Viel Arbeit kostete die Planung des neuen Feuerwehrgerätehauses, da auch die notwendige Schulturnhalle auf dem Gelände untergebracht werden musste.
Als erste Maßnahme kaufte die Stadt Kolbermoor das Nachbargrundstück, da das bisherige Grundstück zu klein war. Ein optimales Ergebnis war die Einbindung der Schulturnhalle in das Feuerwehrhaus zu einem großen Gesamtbauwerk. Nach Abschluß der Planungsarbeiten konnte im Juli 1988 mit dem Bau begonnen werden. Der Grundstein für das neue Feuerwehrhaus mit Schulturnhalle wurde am 29. September 1988 gelegt. Die Bauarbeiten schritten zügig voran, so dass einige Tage vor Weihnachten 1988 der erste Bauabschnitt unter Dach und Fach gebracht werden konnte. Nach den Wintermonaten begannen nun die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt. Hier war natürlich das alte Feuerwehrhaus im Wege. Um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr nicht zu gefährden, war es erforderlich, das alte Feuerwehrhaus Zug um Zug abzureißen. Am 21. September 1989 fand dann unter Beteiligung zahlreicher Ehrengäste das Richtfest für den langersehnten Neubau statt.
Mit dem restlichen Abbruch des alten Feuerwehrhauses musste die Feuerwehr provisorisch in den noch nicht fertiggestellten Neubau einziehen. Doch auch diese Zeit überstanden die Männer der Freiw. Feuerwehr dank ihres vorbildlichen Zusammenhalts, und es konnte im Mai 1990 der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses mit Schulturnhalle abgeschlossen werden. Der 20. Mai 1990 wird wohl für alle Kameraden der Kolbermoorer Feuerwehr unvergessen bleiben. An diesem Tag fand unter Teilnahme zahlreicher Ehrengäste die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses statt.
Die neue kolbermoorer Drehleiter
Jetzt hatte man den notwendigen Platz für die Beschaffung einer Drehleiter. Etwas Kopfzerbrechen bereitete dem Stadtrat die Finanzierung der geplanten 850.000 DM. Aber nach der in Kolbermoor stattgefundenen “Jetzt red i”-Sendung und den Zusagen über die benötigten Zuschüsse war auch dieses Problem gelöst. In Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Kolbermoor vergab die Stadt Kolbermoor den Auftrag und am 07. September 1993 wurde die neue Drehleiter in Karlsruhe abgeholt.
Ebenfalls im Jahre 1993 wurde für den alten VW-Transporter eine Ersatzbeschaffung vorgenommen. Hier einigte sich die Führung der Feuerwehr auf die Beschaffung eines Kleinalarmfahrzeuges. Um die Stadt Kolbermoor etwas finanziell zu entlasten, steuerte der Feuerwehrverein einen erheblichen Betrag zur Anschaffung bei.

Auch im Jahre 1994 stand wieder eine Fahrzeugbeschaffung an. Nach 21 Jahren musste der alte VW-Bus seinen Dienst aufgeben. Als Basisfahrzeug für das Mehrzweckfahrzeug dient nun ein Ford-Kombi. Der Ausbau erfolgte in Eigenleistung durch die Mitglieder der Feuerwehr Kolbermoor, wodurch die Stadt Kolbermoor wiederum eine größere Kosteneinsparung verbuchen konnte.
Die nächste Fahrzeug Ersatzbeschaffung war im Jahre 1996 fällig. Für das 28 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug wurde nun ein neues LF16 beschafft. Im gleichen Jahr konnte vom Bund noch ein Schlauchwagen SW2000 an die Freiwillige Feuerwehr Kolbermoor übergeben werden. Das Jahr 1996 hatte aber für die Freiwillige Feuerwehr Kolbermoor noch eine andere große Bedeutung.
Das 100-jährige Gründungsfest vom 17. - 19. Mai 1996
Am Freitag konnten die Mitglieder der Feuerwehr zum Bieranstich einladen. Der Samstag stand nach der Totenehrung am Kriegerdenkmal ganz im Zeichen des Festabends. Der Festsonntag mit Weckruf, Empfang der Vereine, Kirchenzug, Feldmesse, Festzug und gemeinsamen Mittagessen fand bei herrlichem Sonnenschein statt. Für die Bürger der Stadt Kolbermoor, welche zahlreich die Straßen säumten, wird dieses Festwochenende lange in Erinnerung bleiben.
Die letzte Fahrzeugbeschaffung erfolgte im Jahre 1997. Ein Kommandowagen wurde beschafft. Als Grundfahrzeug dient ein 3 Jahre alter Ford Mondeo, welcher aus Mitteln des Feuerwehrvereines beschafft wurde. Die Kosten für den Ausbau konnten über Spendengelder gedeckt werden. Aber nicht nur Fahrzeuge mussten in den letzten Jahren beschafft werden. Die immer steigende Zahl von Einsätzen und vor allem größer werdende Gefahren für Bevölkerung und Einsatzkräfte zwangen die Stadt Kolbermoor zur Beschaffung von Spezialausrüstungen für die Feuerwehr. Hier sollen die Chemikalienschutzanzüge und die Strahlenschutzausrüstung genannt werden.
Als weiterer größerer Ausgabeposten stand im Jahre 1997 die Umstellung auf die neue Schutzkleidung an. Mit vereinten Kräften und Mitteln konnten die Stadt Kolbermoor und der Feuerwehrverein diesen Kraftakt bewältigen. Es wurde sofort für alle Feuerwehrdienstleistenden die komplette neue Schutzkleidung mit Überjacke beschafft. Im Jahre 1998 stand nun die Umstellung der Atemschutzgeräte auf “Überdruck” an. Diese Umrüstung der Altgeräte diente vor allem der Sicherheit der Atemschutz-geräteträger.
Das Jahr 1998 hatte aber auch noch den größten Brand seit der Nachkriegsgeschichte zu verzeichnen. Ein Chemielager an der Zugspitzstraße brannte fast vollständig ab. Die Feuerwehren von Kolbermoor, Pullach, Rosenheim und Bad Aibling waren Stunden im Einsatz, um eine Katastrophe zu verhindern. 23 Feuerwehrfahrzeuge mit insgesamt 140 Mann bekämpften den Brand. Aber auch alle anderen “kleineren Beschaffungen” sollten kurz angesprochen werden. Hier hatte die Stadt Kolbermoor immer eine offenes Ohr und einen offenen Geldbeutel für die Belange der Feuerwehr. Selbstverständlich beteiligte sich der Feuerwehrverein auch weiterhin mit Beschaffungen, wie z.B. Funkalarmempfänger, PC-Arbeitsplätze oder einer Rettungspuppe.
Die letzte größere Maßnahme war nun im Jahre 2000 der Ausbau des Speichers für die Ausbildung und Übung der Atemschutztruppe. Die Arbeiten wurden von den aktiven Kameraden übernommen. Die Kosten trug der Feuerwehrverein. Dieser Rückblick auf den Werdegang und die Geschichte zeigt, dass zwischen der Stadt Kolbermoor und der Freiwilligen Feuerwehr in all den Jahren, zum Wohle der Kolbermoorer Bürger, immer eine sehr gute Harmonie bestand.